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Glücklich geschieden (K)
Der Traum (V)
Der Irrtum (K)
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Der erfolgreiche Mode-Designer Tom Baker hatte alle Warnungen in den Wind geschlagen. Alle hatten ihm gesagt, dass italienisches Temperament und neu-englische Besonnenheit nicht zueinander passten. Und nun ist seine Ehe mit Geena, der Tochter eines erfolgreichen Hoteliers, am Ende.
Dass aber ausgerechnet eine unbeteiligte Passantin in den Ehestreit verwickelt wird, kann Tom nicht hinnehmen. Zumal Venus Vega, wie die Dame heisst, die auf so unkonventionelle Weise in sein Leben stolperte, vielleicht vom Schicksal geschickt wurde. Schade nur, dass ihre Begegnungen immer nur von kurzer Dauer sind und Venus danach immer unauffindbar ist.
Aber wer an das Schicksal glaubt, gibt nicht so leicht auf. ...

Zum_Seitenanfang © 2003 by C. Hüsing Zum_Seitenende

"Hallo, Vater!" sagte Horst und trat in das bieder ausgestattete Normalverbraucherwohnzimmer.
"Hallo, mein lieber Horst!" erwiderte der Vater den Gruß und fragte: "Was hast Du denn heute für gute Taten vollbracht?"
"Vater, ich habe einen ausländischen Mitbürger geschlagen!"
"Mein Junge, das macht mich wirklich stolz! Setz Dich und trink ein Bier mit deinem Vater!"
Und da saßen sie nun, Horst und sein Vater Hans, im Wohnzimmer und zwischen ihnen standen zwei Flaschen Bier. Der Vater betrachtete seinen Sohn und befand ihn für einen guten Deutschen, denn seine blonden Haare waren kurz und ordentlich gebürstet, die Augen blau, der Körper gestählt vom täglichen Joggen und den Fechtunterricht und seine Garderobe war vom schlichten Jackett bis zu den ordentlich geputzten Schuhen schneidig.
Der Sohn betrachtete seinen Vater und befand ihn für einen guten Deutschen, denn seine blonden Haare waren kurz und ordentlich gebürstet, die Augen blau, der Körper gestählt vom wöchentlichen Tennisspiel und dem Box-Training und seine Garderobe war von den grauen Flanellhosen bis zum schwarzen Kaschmirpullover wunderbar gediegen.
Und während sie einander betrachteten, dachten beide, dass sie doch gute Deutsche waren, und dass es ihre Pflicht sei, jeden Tag eine gute Tat zu tun. Das war man seinem Vaterland schuldig!
"Mein Sohn, Du wirst es eines Tages weit bringen!"
"Vater, ich werde Dich nicht enttäuschen! Du weißt, ich bin ein guter Deutscher und ein guter Deutscher tut immer seine Pflicht!"
Dann sahen Horst und sein Vater im Fernsehen die Spätnachrichten, welche darüber berichteten, dass in einer deutschen Großstadt einige ausländische Mitbürger bei einem Anschlag auf ein Heim für Asylbewerber den Tod gefunden hatten und Horst und sein Vater sahen einander befriedigt lächelnd an. Schließlich waren sie alle gute Deutsche.

Am nächsten Tag wurde in den Frühnachrichten im Radio die Meldung vom Vorabend wiederholt und der Vater vermisste das befriedigte Lächeln in Horsts Gesicht.
"Sind wir nicht alle gute Deutsche, mein Sohn?" fragte er, doch Horst blickte ihn nur zweifelnd an und sagte:
"Vater, ich habe einen Traum gehabt, der war so real! Beinahe so, als hätte ein anderes Ich zu mir gesprochen."
"Lass hören, Sohn!"
"Vater, ich habe geträumt, Du hättest mich auf eine lange Reise geschickt, um die Welt zu sehen und Erfahrungen zu sammeln. Und Du hast mir viele Ratschläge gegeben. Du hast mir gesagt, was von einem guten Deutschen in der Fremde erwartet wird. Und dann hast Du mir erzählt, welche Völker es gibt, welchen Glaubens sie sind. Du sagtest mir, vor welchen Menschen ich mich in Acht nehmen soll."
"Was habe ich dir in deinem Traum geraten, Junge?"
"Vater, Du hast gesagt, dass ich mich vor den Polen hüten soll, denn sie stehlen wie die Raben. Du hast gesagt, ich soll bei den Jugoslawen aufpassen, denn das seien Betrüger. Du hast gesagt, dass ich besser nicht zu den Türken gehen soll, weil diese einem für eine goldene Uhr die Kehle durchschneiden. Du hast gesagt, dass ich mir bei den Negern ansteckende Krankheiten holen könnte. Und Du hast gesagt, dass allen, die nicht dem christlichen Glauben angehören, nicht zu trauen sei. Du hast mir geraten die Spanier, die Griechen und die Portugiesen zu meiden, weil ich bei denen womöglich noch Gefallen am Faulenzen und am Müßiggehen fände. Als ich Dich schließlich fragte, bei welchem Volk , bei Menschen welchen Glaubens ich denn eigentlich etwas lernen könne und welches Volk, Menschen welchen Glaubens denn überhaupt würdig seien, von mir besucht zu werden, da hast Du geantwortet: Die Schweizer seien fleißig und korrekt, die Briten wüssten, was Tradition sei, und es wäre überhaupt ganz klar, dass alles, was dunkelhäutig, schwarzäugig und fremdländisch ist, ohnehin nicht würdig sei, sich näher damit zu befassen."
Während Horst dies erzählte, war sein Vater in zustimmendes Kopfnicken verfallen.
"Gewappnet mit all den guten Ratschlägen, die Du mir in meinem Traum gegeben hast, machte ich mich also auf den Weg und lernte die Welt kennen. Ich ließ auch die Völker und die Menschen jener Glaubensrichtungen nicht aus, vor denen Du mich so eindringlich gewarnt hast. Aber, sonderbarerweise waren sie alle ganz anders, als Du sie mir geschildert hattest."
"Tatsächlich, mein Sohn! Wie waren sie denn in deinem Traum? Noch schlimmer?"
"Nein, Vater, im Gegenteil! Nicht eines der Völker und auch die Menschen anderen Glaubens waren so, wie Du es mir geschildert hattest. Ich war in meinem Traum bei den Polen, doch niemand stahl mir irgend etwas. Ich habe mein ganzes Geld verloren und, obwohl ich nicht ihre Sprache sprach, nahm eine polnische Familie mich auf. Eine Woche lang gewährten sie mir freizügig ihre Gastfreundschaft, bis ich es fast bedauerte sie verlassen zu müssen. Und dann war ich bei den Jugoslawen, doch niemand hat mich dort betrogen. Als ich nämlich dort angelangte, wollte ich auf einem Markt ein paar Äpfel bezahlen und gab der Marktfrau einen großen Geldschein und tat so als wüsste ich nicht, dass dies zu viel war. Ich wollte wissen, ob Du recht hattest und sie meine vermeintliche Unwissenheit nutzen würde, um mich zu betrügen, doch sie gab mir den Schein zurück und sagte in gebrochenem Deutsch, dass ich ihr einen kleineren Schein geben sollte und riet mir fortan besser auf mein Geld Acht zu geben. Auch die Türken sind nicht so gewesen, wie Du sie mir in meinem Traum geschildert hast. Sie waren freundlich und zuvorkommend und nahmen mich herzlich auf, und als ich bei einer großen Familie über Nacht blieb, fiel niemand im Schlaf über mich her, obwohl ich meine goldene Taschenuhr, mein Geld und einen Siegelring verlockend auf den Tisch legte. Statt dessen überhäuften sie mich bei meiner Abreise mit Geschenken und sagten, ich solle sie bald wieder besuchen."
Horst sah, dass sein Vater ihn missbilligend betrachtete und sich eine steile Falte auf seiner Stirn gebildet hatte, doch er ließ sich nicht beirren und fuhr fort.
"Ich weiß, Vater, das ist ein grauenhafter Traum, aber ich muss ihn dir erzählen, damit Du mein Entsetzen und mein Erstaunen verstehst. Ich bin also bei den meisten Völkern und Menschen jeglichen Glaubens gewesen und zog weiter durch die Welt, bis ich schließlich zu den Buddhisten kam und es erstaunte mich, zu erfahren, wie weise diese Leute sind und wie sie auf der immerwährenden Suche nach der Wahrheit sind, und ich erkannte, dass ihr Glaube gut ist, denn sie kennen keine Heuchelei. Nachdem ich noch viele andere Länder mit vielen anderen Glauben kennen gelernt hatte, erkannte ich, dass einzig die christliche Kirche eine Institution ist, der man wahrhaftig nicht trauen kann. Tja, Vater, und schließlich erfuhr ich in meinem Traum, dass man von Negern keine ansteckenden Krankheiten bekommt, dass Spanier, Portugiesen und Griechen keineswegs faul sind, dass die Schweitzer nur an Geld denken, korrupt sind und sowieso nicht das sind, wofür man sie hält und die Briten verschrobene Außenseiter, die nicht merken, dass ihre Glanzzeit zu Ende ist. Und, Vater, ich kann mich noch daran erinnern, dass ich mich in meinem Traum auf die Heimreise machte und mich davor fürchtete, dir all das zu erzählen, denn eigentlich hat der Traum mir gesagt, dass all deine wohlgemeinten Ratschläge sich auf Vorurteile gründen und die einzigen, die wahrhaftig keinen Grund haben stolz auf sich oder ihr Land zu sein, die Deutschen sind."
"Mein Sohn, wenn Du solche Träume hast, kann etwas mit dir nicht in Ordnung sein. Du hast mir deinen Traum so geschildert, als glaubst Du tatsächlich, dass die Deutschen schlecht sind und die Ausländer gut. Mein Sohn, ich bin enttäuscht von dir. Ich habe immer geglaubt, ich hätte dich zu einem guten Deutschen erzogen." Der Vater schüttelte betrübt den Kopf. "Träume sind Schäume, Horst. Denk daran, Du bist ein guter Deutscher."
Horst sah seinen Vater einen Augenblick lang an. "Du hast Recht, Vater, dass es nur ein Traum war, aber ich habe gestern einen ausländischen Mitbürger geschlagen und er hat mir nichts getan. Er hat mir nicht meine Arbeit genommen, mir keine goldene Uhr gestohlen, nicht meine Freundin vergewaltigt und er hat sich nicht gewehrt, denn er war allein und wir waren vier. Ich habe einen Menschen geschlagen, weil er dunkle Augen und schwarze Haare hatte und weil Du mir gesagt hast, dass ein guter Deutscher tun muss, was seine Pflicht ist. Träume sind Schäume, aber was ich getan habe war falsch!"
"Mein Sohn, Du redest Unsinn. Ich bin wirklich sehr enttäuscht." Mit diesen Worten stand der Vater auf und ging hinaus.

Am nächsten Morgen hörte Horst in den Frühnachrichten, dass die Täter, welche den Anschlag auf das Heim für Asylbewerber begangen hatten, noch nicht gefasst waren und ihm kam der Gedanke, dass er nicht besser war als sie und er vielleicht ein guter Deutscher war, aber dies keinesfalls bedeutete, auch ein guter Mensch zu sein. Als die Frühnachrichten zu Ende waren, trat sein Vater in die Küche und Horst bemerkte, dass er sehr verstört war, denn in seinen deutschen, blauen Augen glomm ein Fünkchen Angst.
"Hast Du gut geschlafen, Vater?" fragte er.
"Horst, mein Sohn, ich hatte einen furchtbaren Traum!"
"So? Ich denke Träume sind Schäume!"
Der Vater setzte sich und hob mit zitternden Händen die Kaffeetasse und mit zitternder Stimme sagte er:
"Ich habe geträumt, ich war in einem Land, wo alle dunkle Augen und schwarze Haare hatten und ich wollte dort um Asyl bitten und dort arbeiten, denn dort, wo ich herkam, wurde ich verfolgt und war arm. Ich wohnte in einem Haus zusammen mit anderen, die blaue Augen hatten und blond waren wie ich und wir hatten Angst, denn vor unserer Tür stand eine brüllende Horde von Menschen, die warf uns vor, wir würden ihnen ihre Arbeit nehmen und sie wollten uns vertreiben. Sie warfen mit Steinen und mit Brandsätzen. Stell dir vor, sie verfolgten uns und schlugen und beschimpften uns, nur weil wir blond waren und anders aussahen, andere Dinge aßen, einen anderen Glauben hatten, eine andere Sprache sprachen. Wie kann man Menschen nur so behandeln? Gott sei Dank, dass das nur ein Traum war. Stell Dir vor, so etwas wäre Wirklichkeit!"
Horst sah seinen Vater an, lächelte und fragte:
"Was hast Du gestern über Träume gesagt? Du solltest noch mal darüber nachdenken!" Dann stand er auf und ging hinaus.

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Als Mitch Morelli Geena Travers in seinem Büro vorfindet, ist ihm klar, dass ihn ein Haufen Ärger erwartet. Wieder eine dieser reichen, einsamen Frauen, die seine Fähigkeiten als Privatdetektiv damit vergeuden, Schnappschüsse von den Fehltritten ihrer Ehemänner zu ergattern. Wiederwillig nimmt er den Auftrag an.
Doch Geena ist auf mehr aus, als auf verräterische Photos. Nach und nach begreift Mitch, dass Geena einen perfieden Plan verfolgt, ihren reichen Mann loszuwerden, und ihn für ihre Zwecke einspannt. Allerdings gibt es da etwas, von dem Geena nichts weiss. ...

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